VW-Tochter Auto 5000

Keine Einigung - Warnstreiks werden fortgesetzt. Hartmut Meine: "Arbeitgeberangebot ist dreiste Mogelpackung!"

  • 16.06.2006
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Wolfsburg. - 16.06.2006 Nach gut acht Stunden sind die Tarifverhandlungen für die rund 3.800 Beschäftigten der Auto 5000 ergebnislos vertagt worden. Im Vorfeld der vierten Verhandlungsrunde beteiligten sich die Beschäftigten an einem mehrstündigen Warnstreik und versammelten sich zu einer Protestkundgebung mit mehr als 4000 Teilnehmern, darunter auch Beschäftigte von Volkswagen vor dem Verhandlungslokal.

Die IG Metall kritisierte das von der Arbeitgeberseite vorgelegte Angebot als völlig unzureichend. IG Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine sagte: "Die von den Arbeitgebern angebotene Erhöhung der Entgelte soll zwar 3 Prozent betragen, aber anders als in der Metallindustrie nicht für 12, sondern für 21 Monate. Außerdem soll es vier Monate lang gar keine Erhöhung geben. Unterm Strich sind das weniger als 1,5 Prozent. Das ist eine dreiste Mogelpackung." Zudem sei selbst diese in Aussicht gestellte Erhöhung nicht garantiert, sondern zum Teil noch von der Ertragslage des Unternehmens abhängig, ergänzte Hartmut Meine. Zwar habe sich Auto 5000 offenbar unter dem Eindruck des Warnstreiks von der überzogenen Forderung nach Kürzung des Urlaubsanspruchs verabschiedet, so der IG Metall-Verhandlungsführer; das sei aber viel zu wenig. Die IG Metall kündigte für die kommende Woche die Fortsetzung von Warnstreiks bei der Volkswagen-Tochter an. Hartmut Meine betonte: "Das Unternehmen muss wissen, dass die Belegschaft bereit ist, für ihre Forderungen zu streiten. Einen Vorgeschmack darauf hat die Arbeitgeberseite beim ersten Warnstreik der Beschäftigten bekommen."

Beide Seiten wollen die Verhandlungen am 28. Juni fortsetzen.

Die IG Metall hatte Einkommenserhöhungen um fünf Prozent sowie einen zusätzlichen Rentenbaustein in Höhe von 27 Euro monatlich fordert.

Das IG Metall Tarifsystem für das VW Projekt 5000 mal 5000 war im August 2001 zwischen IG Metall und Volkswagen vereinbart worden. Das Tarifsystem sieht eine einheitliche Entlohnung der Beschäftigten auf dem Niveau des Flächentarifvertrages der Metallindustrie in Niedersachsen und eine hochflexible 35-Stunden-Woche vor.

(Presseinformation 73/2006)