Tarifrunde Nordwestdeutsche Stahlindustrie

IG Metaller unzufrieden über fehlendes Angebot der Arbeitgeber. Tarifkommission spricht sich für Warnstreiks aus

  • 13.06.2014
  • News, Tarif

Die Tarifkommissionsmitglieder für die 75.000 Beschäftigten in der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie haben sich heute in Gelsenkirchen für die Vorbereitung von Warnstreiks ausgesprochen. Vor der nächsten Tarifverhandlung am 30. Juni 2014 im Hilton Hotel in Düsseldorf wird es bereits Aktionen der jungen Metaller geben. Sie demonstrieren für die Verlängerung der unbefristeten Übernahme. Sollte die Arbeitgeberseite am 30. Juni kein vernünftiges Angebot vorlegen, werden im Zeitraum vom 1. bis 4. Juli 2014 Warnstreiks in den einzelnen Stahlbetrieben folgen.

Kein Verhandlungsangebot: In der Tarifrunde Stahl scheinen die Arbeitgeber Warnstreiks provozieren zu wollen (Archivfoto 2011)

Knut Giesler, Bezirksleiter IG Metall Nordrhein-Westfalen und Verhandlungsführer: "Es ist unverständlich, dass die Arbeitgeber kein Angebot vorlegen. Unsere Forderungen nach Fortführung der Altersteilzeit, der unbefristeten Übernahme sowie faire Werkverträge sind für die Arbeitgeber kostenneutral. Wir sind bereit unsere Stärke zu zeigen. Für gute Löhne und Gehälter sowie faire Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten in der Stahlindustrie werden wir auf die Straße gehen."

 

Das Forderungspaket der IG Metall:

Die Entgelte und Ausbildungsvergütungen für die rund 75.000 Beschäftigten in der Eisen- und Stahlindustrie sollen um fünf Prozent steigen. Dabei soll es für die Auszubildenden von ersten bis zum dritten Ausbildungsjahr überproportional mehr geben. Für sie soll der Erhöhungsbetrag des vierten Ausbildungsjahrs gelten. Der Tarifvertrag zur Altersteilzeit soll fortgeführt werden. Hier geht es vor allem darum den demographischen Wandel in der Stahlindustrie weiterhin zu gestalten. Der Tarifvertrag soll an die neue Gesetzeslage (Rente ab 45 Beitragsjahren) angepasst werden. Auch der Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung soll fortgeschrieben werden, unter anderen um die unbefristete Übernahme von Auszubildenden über 2016 hinaus abzusichern. Zudem setzt die IG Metall darauf die Zunahme von Werkverträgen einzudämmen und neue Standards für Fairness zu setzen.