Sondierungsgespräch zur Beschäftigungssicherung

IG Metall will Ausbildungsplätze und Chancen für Berufsanfänger stärken

  • 10.12.2009
  • News, Presseinfos, Metall & Elektro

Magdeburg – IG Metall und Arbeitgeberverband haben am gestrigen Mittwoch Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung in der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen-Anhalt beraten. Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, betonte, dass vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der immer noch hohen Abwanderungsrate dem drohenden Fachkräftemangel begegnet werden müsse. „Betriebe, die nicht rechtzeitig reagieren, werden nach der Krise als Verlierer dastehen. Betriebe, die ihre Beschäftigten über gute tarifliche Entgelte an das Unternehmen binden, Ausbildungsplätze schaffen und ausgebildete Menschen in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernehmen, werden gestärkt aus der Krise hervorgehen. Deshalb ist es auch im Interesse der Unternehmen, alles für den Erhalt der Arbeitsplätze zu tun“, so Hartmut Meine.

Die IG Metall schlägt ein Sechs-Punkte-Programm zur Beschäftigungssicherung vor:

 

1. Die Kurzarbeit muss in vollen Umfang von 24 bzw. 18 Monaten ausgeschöpft werden, um Entlassungen in 2010 zu vermeiden.

2. Für Betriebe, bei denen die Kurzarbeiterregelung voll ausgeschöpft ist, kann die Anwendung des Tarifvertrags Beschäftigungssicherung Arbeitnehmer vor Entlassungen schützen. Der Tarifvertrag sieht eine Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 32 Stunden ohne Entgeltausgleich vor. Eine weitergehende Absenkung der Arbeitszeit unter 32 Stunden ist denkbar, erfordert aber einen Teillohnausgleich.

3. Die Altersteilzeitquote von 4 Prozent ist befristet auf 8 Prozent zu verdoppeln.

4. Die Anzahl der Ausbildungsplätze und die Übernahme der Ausgebildeten sind abzusichern, um frühzeitig auf den drohenden Fachkräftemangel zu reagieren. Ein Stipendienprogramm soll Übernahme und Weiterbildung kombinieren. Nach einem Jahr Berufspraxis könnten junge Menschen eine zweijährige Technikerausbildung absolvieren, die der Arbeitgeber mit 400 Euro unterstützt. Hinzu können staatliche Mittel von bis zu 1.100 Euro aus dem ‚Bundesprogramm zur Finanzierung von Aufstiegsfortbildung’ (ehemaliges Meisterbafög) kommen. 

5. Der Einsatz von Leiharbeitsbeschäftigten muss begrenzt und reguliert werden.

6. Die IG Metall will flexible Arbeitszeitkonten tarifvertraglich regeln. In der Krise hat sich gezeigt, dass Betriebe mit Arbeitszeitkonten über den Abbau von Stundenguthaben und dem Aufbau von Minusstunden Beschäftigung sichern konnten.

 

Die Arbeitgeber haben das Sechs-Punkte-Programm der IG Metall zur Kenntnis genommen. Im Januar werden beide Seiten einen weiteren Gesprächstermin vereinbaren.

 

Presseinformation Nr.  64/2009