IG Metall-Beschäftigtenbefragung

IG Metall veröffentlicht Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung zu den Schwerpunkten Arbeitszeit und soziale Absicherung

  • 17.05.2017
  • News, Presseinfos

Hannover – Die IG Metall veröffentlicht die Ergebnisse ihrer groß angelegten Beschäftigtenbefragung zu den Schwerpunkten Arbeitszeit und soziale Absicherung. An der Befragung haben sich mehr als 680.000 Beschäftigte aus über 7.000 Betrieben beteiligt.

Die Befragung richtete sich nicht ausschließlich an Mitglieder der IG Metall; mit 38,1 Prozent der Rückmeldungen ist der Anteil derjenigen Befragten, die nicht Mitglied der IG Metall sind, bemerkenswert hoch. Für den Großteil der Befragten ist Arbeitszeit ein zentraler Faktor für die Lebenszufriedenheit.

Thorsten Gröger, Bezirksleiter IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt

78,1 Prozent arbeiten in einem Betrieb, der tarifgebunden ist, 70,9 Prozent der Beschäftigten sind mit ihren Arbeitszeiten zufrieden. Eine deutlich höhere Zufriedenheit ist somit in Bereichen erkennbar, in denen die IG Metall gestaltungsmächtig wirkt: wenn die Planbarkeit der Arbeitszeit gegeben ist, im Alltag selbstbestimmt über die konkrete Arbeitszeit entschieden werden kann und die Möglichkeit besteht, die Arbeitszeit in besonderen Lebensphasen zeitweise abzusenken.

 

„Die hohe Zufriedenheit ist Ausdruck unserer erfolgreichen Tarifpolitik und der Arbeit der Betriebsräte in den Betrieben“, sagt Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. „Eine überwältigende Mehrheit hat sich gegen die Entgrenzung der Arbeitszeit ausgesprochen: Über 96 Prozent der Befragten wollen auch in Zukunft ein Arbeitszeitgesetz, das der Arbeitszeit Grenzen setzt. Für uns ist das ein klarer Auftrag, die Tarifverträge in diese Richtung weiter zu entwickeln.“

 

Rund ein Drittel der Befragten ist in Schichtarbeit tätig, die Unzufriedenheit mit den Arbeitszeiten ist in dieser Gruppe überdurchschnittlich hoch. Mit Schichtarbeit sind besondere Anforderungen an die Flexibilität und Verfügbarkeit der Beschäftigten verbunden, was enorme Auswirkungen auf Familien- und Privatleben sowie die Gesundheit der Betroffenen nach sich zieht.

 

„Die Befragung zeigt deutlich: Schichtarbeiter müssen stärker entlastet werden“, stellt Thorsten Gröger fest. „Ganz oben auf ihrer Wunschliste steht die freie Wahl über die Lage der Freischichten. Diese Möglichkeit hat jedoch nur knapp die Hälfte der Schichtarbeiter.“

 

Eine große Mehrheit der Befragten äußerte die Bereitschaft, für eine Rückkehr zu einer solidarischen und paritätischen Finanzierung im Hinblick auf eine bessere Perspektive der sozialen Absicherung persönlich bei zu tragen. 85 Prozent der Befragten wären sogar zu höheren Beiträgen bereit, wenn dafür das Rentenniveau wieder steigt.

 

„Dieser Trend zieht sich durch alle Altersgruppen“, ergänzt Thorsten Gröger. „Klar muss auch sein: jede Stunde, die gearbeitet wird, egal wo, muss auch erfasst und bezahlt werden.“

 

 

(Presseinformation Nr. 26/2017)