IG Metall: Verlängerung der Lebensarbeitszeit löst keine Arbeitsmarktprobleme

  • 04.04.2017
  • News, Presseinfos

Hannover – Die IG Metall weist nachdrücklich die Behauptung des Arbeitgeberverbandes Niedersachsen-Metall zurück, die Regelung des Renteneintritts ab 63 Jahren ohne Abschläge bei 45 Jahren Beitragszahlung sorge für Verschärfungen auf dem Arbeitsmarkt.

Thorsten Gröger

"Die Behauptung, es seien mehrere Tausend gut ausgebildete Fachkräfte als Folge dieser Regelung verloren gegangen, entbehrt jeder Grundlage", sagt Thorsten Gröger, IG Metall Bezirksleiter Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. "Fakt ist: Gute Fachkräfte gewinnt man nicht durch eine nachträgliche Erhöhung der Lebensarbeitszeit, sondern durch gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen. Niemand wird gezwungen, mit 63 in Rente zu gehen. 45 Jahre Arbeit ist lange genug -mehr als in den meisten anderen europäischen Staaten. Die Rente mit 67 war und ist eine große politische Fehlentscheidung."

 

Statt ältere Beschäftigte gegen ihren Willen im Betrieb zu halten, sollten die Arbeitgeber zusätzliche, gute Ausbildungsplätze schaffen. Die im Arbeitgeberverband Niedersachsen-Metall organisierten Betriebe verfügen darüber hinaus nach eigener Aussage über ausreichend Potenzial und fänden genügend Bewerber unter Schulabgängern.

 

In der Demografieagentur für die niedersächsische Wirtschaft, an der Niedersachsen-Metall ebenfalls beteiligt ist, können sich interessierte Betriebe bereits seit mehreren Jahren über innovative Strategien beraten lassen.

 

(Presseinformation Nr. 17/2017)