Zukunft für Alstom Salzgitter

IG Metall und Betriebsrat kündigen Aktionen gegen geplanten Arbeitsplatzabbau bei Alstom an

  • 29.04.2011
  • News, Presseinfos

Salzgitter - Die wochenlangen Gespräche mit der Geschäftsführung des Schienenfahrzeugbauers Alstom haben keine Annäherung gebracht. Alstom lehnt es weiterhin ab, das von der IG Metall und dem Betriebsrat vorgeschlagene Zukunftskonzept ergebnisoffen zu beraten, und hat die geplante Entlassung von 700 Beschäftigten nicht zurückgenommen. Darüber informierten Betriebsrat und IG Metall die Beschäftigten am heutigen Freitag vor dem Werkstor von Alstom in Salzgitter.

Mitte der Woche (27.04.) hatte die örtliche Geschäftsführung einen geringeren Personalabbau in Aussicht gestellt und ihre Bereitschaft erklärt, über den Zeitraum und das Ausmaß der Verlagerung des Stahlrohbaus mit dem Betriebsrat und der IG Metall eine gemeinsame Lösung erarbeiten zu wollen. Dies wurde am gestrigen Donnerstag von Konzernvertretern aber nicht bestätigt.

 

Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, bezeichnete diesen Zickzack-Kurs der Alstom-Geschäftsführung als absurd und forderte die Geschäftsführung auf, endlich ihrer Rolle gerecht zu werden: „Massenentlassungen trotz eines boomenden Marktes und einer guten Auftragslage zu planen, ist auch betriebswirtschaftlich unsinnig. Schon heute können die Aufträge nicht termingerecht abgearbeitet werden.“

 

Unter dem Motto, „Zukunft für Alstom Salzgitter“ starten IG Metall und Betriebsrat jetzt eine bundesweite Unterschriftenaktion. Dazu werden Kunden von Alstom, Unternehmen der Region und die Verkehrsminister der Länder und des Bundes sowie die Landtags- und Bundestagsabgeordneten angeschrieben und aufgefordert, ihre Solidarität mit den Alstom-Beschäftigten zum Ausdruck zu bringen. „Wir werden den Druck auf das Unternehmen massiv erhöhen, damit die Geschäftsführung des Schienenfahrzeugbauers Alstom endlich verbindliche und lösungsorientierte Verhandlungen führt“, so Horst Ludewig, IG Metall-Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle Salzgitter am heutigen Freitag.

 

Betriebsratsvorsitzender Bernd Eberle bezeichnete die Stimmung im Alstom-Werk Salzgitter als ausgesprochen schlecht. „Die meisten Beschäftigten sind von der monatelangen Hängepartie empört und wütend darüber, dass das Management seine Aufgaben nicht wahrnimmt. Anstatt ständig auf die absurden und standortgefährdenden Direktiven aus Paris zu warten, sollten endlich die Prozesse in Ordnung gebracht werden.“

 


In Gesprächen mit dem Alstom-Management hatten IG Metall und Betriebsrat in den letzten Monaten konstruktive Vorschläge zur Standort- und Beschäftigungssicherung gemacht und der Geschäftsführung ein sechs Punkte umfassendes Zukunftskonzept vorgelegt:

  1. Keine Kündigungen im Kontext eines boomenden Marktes.
  2. Keine Schließung des Stahlrohbaus.
  3. Management muss Kostenoptimierung und Qualitätsoffensive auf den Weg bringen.
  4. Nachhaltige Absicherung des Standortes durch Zuteilung von Aufträgen.
  5. Zukunfts- und Beschäftigungssicherungstarifvertrag bis 2016.
  6. Solidarität mit Alstom Power und anderen europäischen Alstom-Standorten.

(Presseinformation 27/2011)

 

Siehe auch (Downloads unten):

- 03.05.2011 IG Metall Aktions-Info: Alstom-Salzgitter muss leben!

- 03.05.2011 Communiqué actions: Alstom-Salzgitter doit vivre! (Französisch)

- Communiqué de presse: "Un avenir pour Alstom Salzgitter" (Französisch)