Tarifrunde nordwestdeutsche Eisen- und Stahlindustrie 2014

IG Metall-Tarifkommision beschließt Forderungsempfehlung

  • 21.05.2014
  • News, Tarif

5 Prozent mehr Entgelt - Werkverträge fair gestalten - Weiterführung der Tarifverträge zur Altersteilzeit und Beschäftigungssicherung inklusive unbefristeter Übernahme der Auszubildenden

Foto: PantherMedia / Oleksiy Mark

Die Entgelte und Ausbildungsvergütungen für die rund 75.000 Beschäftigten in der nordwestdeutschen Eisen- und Stahlindustrie sollen um fünf Prozent steigen. Dabei soll es für die Auszubildenden vom ersten bis zum dritten Ausbildungsjahr überproportional mehr geben. Für sie soll der Erhöhungsbetrag des vierten Ausbildungsjahrs gelten.

 

In der Niedersachsen profitieren von der Tarifrunde rund 14.000 Beschäftigte in Salzgitter, Peine und Georgsmarienhütte.

 

Knut Giesler, IG Metall-Verhandlungsführer und Bezirksleiter in Nordrhein-Westfalen: "Die Betriebe in der Eisen- und Stahlindustrie sind gut ausgelastet. Die Forderung ist der wirtschaftlichen Lage und den Diskussionen der Beschäftigten in den Betrieben angemessen. Unser Ziel ist mehr Geld für die Beschäftigten und ein ordentlicher Beitrag zur Binnennachfrage in Deutschland."

 

Die Tarifkommissionmitglieder setzen zudem darauf, die Zunahme von Werkverträgen einzudämmen und neue Standards für Fairness zu setzen:

  • Eigen vor Fremd (Die Beschäftigung eigener Mitarbeiter soll Vorrang vor dem Einsatz von Fremdfirmen bekommen),
  • Kein Einsatz von Sub-Sub Unternehmen in den Betrieben,
  • Tarifstandards sowie Arbeitsschutzbestimmungen für alle.

Der Tarifvertrag zur Altersteilzeit soll fortgeführt werden. Hier geht es vor allem darum, den demografischen Wandel in der Stahlindustrie weiterhin zu gestalten. Der Tarifvertrag soll an die neue Gesetzeslage (Rente mit 63) angepasst werden. Auch der Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung soll fortgeschrieben werden, unter anderen um die unbefristete Übernahme von Auszubildenden über 2016 hinaus abzusichern.