Landtagswahl Sachsen-Anhalt

IG Metall stellt Spitzenkandidaten der Parteien auf den Prüfstand

  • 25.01.2011
  • News, Presseinfos

Magdeburg – „Der Osten will seine Arbeiter zurück“, unter diesem Titel diskutierten im Vorfeld der Landtagswahl die Spitzenkandidaten der drei großen Parteien in Sachsen-Anhalt über die arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen. Die IG Metall hatte die Spitzenvertreter eingeladen, um sie auf den Prüfstand zu stellen. Wirtschafts- und Arbeitsminister Reiner Haseloff (CDU), Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) und Wulf Gallert, Fraktionsvorsitzender der Linken, trafen im Rahmen des Landtagswahlkampfes damit erstmalig aufeinander.

Spitzenkandidaten zur Landtagswahl bei der Podiumsdiskussion der IG Metall. V.l.n.r.: Wulf Gallert, Fraktionsvors. DIE LINKE, Jens Bullerjahn (SPD), Finanzminister Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), Wirtschaftsminister Sachsen-Anhalt, Hartmut Meine, Bezirksleiter IG Metall Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Foto: NOVUM/Walter Schmidt

Die Deindustrialisierung der letzten zwanzig Jahre in Sachsen-Anhalt hat zu einer hohen Arbeitslosigkeit geführt und gleichzeitig zu einer dramatischen Abwanderung von gut ausgebildeten Menschen in die westlichen und südlichen Bundesländer. „Insofern,“ so Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, „hat die Politik auf zweierlei Herausforderungen zu reagieren: Einerseits muss der immer noch hohen Arbeitslosigkeit durch verbesserte Aus- und Weiterbildungschancen begegnet werden, andererseits ist der Abwanderung von gut ausgebildeten Fachkräften entgegen zu wirken, um die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe in Sachsen-Anhalt nicht zu gefährden. Die ‚Geiz-ist-Geil’-Ideologie ist gescheitert. Die gesellschaftspolitischen Weichen müssen umgestellt werden. Es muss endlich Schluss sein mit der Niedriglohnstrategie. Alle Betriebe müssen zum Flächentarifvertrag zurückkehren.“

 

Hartmut Meine betonte am heutigen Mittwoch in Magdeburg, dass die Tarifvertragsparteien sich einig seien, dass dem Fachkräftemangel nur entgegengewirkt werden könne, wenn die Arbeits- und Leistungsbedingungen verbessert würden. „Die Fachkräfte in Sachsen-Anhalt sind zu einem knappen Gut geworden und ein knappes Gut ist in der Marktwirtschaft nicht zu Dumpinglöhnen zu haben. Das bekommen derzeit vor allem die Windkraft- und Solarbranche in Sachsen-Anhalt zu spüren,“ sagte der IG Metall-Bezirksleiter vor rund 100 Zuhörern. Die Politik forderte er auf, den eingeleiteten Politikwechsel konsequenter zu verfolgen und die Chancen benachteiligter Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. „Der Osten will nicht nur seine Arbeiter zurück, die Menschen wollen zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer auch gute Arbeits- und Lebensbedingungen.“

(Presseinformation Nr. 6/2011)