Sondierungsgespräch zur Beschäftigungssicherung

IG Metall schlägt Sechs-Punkte-Programm zur Beschäftigungssicherung vor

  • 30.11.2009
  • News, Presseinfos, Metall & Elektro

Hannover – IG Metall und NiedersachsenMetall haben am heutigen Montag Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung in der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie beraten. „Sobald die Krise beendet sein wird, werden die Betriebe über den Fachkräftemangel klagen. Deshalb müssen jetzt alle Anstrengungen unternommen werden, um Entlassungen in 2010 zu vermeiden“, sagte Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, in Hannover.

IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine (links) mit Wolfgang Niemsch, NiedersachsenMetall

Die IG Metall hat den Arbeitgebern ein Sechs-Punkte-Programm zur Beschäftigungssicherung vorgeschlagen:

 

1. Entlassungen sind 2010 zu vermeiden. Die Kurzarbeit muss in vollem Umfang von 24 bzw. 18 Monaten ausgeschöpft werden.

2. Die Anwendung des Tarifvertrags zur Beschäftigungssicherung schützt Beschäftigte vor Entlassungen durch eine Reduzierung der Arbeitszeit auf bis zu 29 Stunden ohne Entgeltausgleich. Eine weitergehende Absenkung der Arbeitszeit unter 29 Stunden ist denkbar, erfordert aber einen Teillohnausgleich.

3. Zur Vermeidung von Entlassungen kann die Verdoppelung der Altersteilzeitquote von 4 Prozent befristet eingesetzt werden.

4.Vor dem Hintergrund des drohenden Fachkräftemangels sind Anzahl der Ausbildungsplätze und Übernahme der Ausgebildeten abzusichern.

5. Ein Stipendienprogramm soll Übernahme und Weiterbildung kombinieren. Nach einem Jahr Berufspraxis könnten junge Menschen eine zweijährige Technikerausbildung absolvieren, die der Arbeitgeber mit 400 Euro unterstützt. Hinzu kämen staatliche Mittel von rund 1.100 Euro aus dem ‚Bundesprogramm zur Finanzierung von Aufstiegsfortbildung’ (ehemaliges Meisterbafög).

6. Der Einsatz von Leiharbeitsbeschäftigten muss begrenzt und reguliert werden.

 

Über diese sechs Punkte gab es einen intensiven Meinungsaustausch zwischen IG Metall und NiedersachsenMetall. Einige Punkte wurden von den Arbeitgebern barsch zurück gewiesen, zu anderen Punkten zeigten sie Gesprächsbereitschaft. Mitte Januar nächsten Jahres sollen die Gespräche fortgesetzt werden, dazu wird im Dezember eine Terminvereinbarung erfolgen.

 

Presseinformation Nr. 63/2009