IG Metall kritisiert Horrormeldung des Automobilzulieferers Wabco

  • 30.10.2008
  • News

Hannover - Ein Szenario von Massenentlassungen beim Automobilzulieferer Wabco an die Wand zu malen, ist unverantwortlich und offensichtlich der laufenden Tarifrunde geschuldet. Die bestehenden tarifvertraglichen Regelungen bieten einen adäquaten Schutz für die Beschäftigten.

"Nach Jahren des wirtschaftlichen Erfolgs und stetig steigender Auftragseingänge, wird im Kontext der Tarifrunde ein Horrorszenario an die Wand gemalt, noch bevor die wirtschaftliche Lage ausreichend und abschließend mit dem Betriebsrat und der IG Metall beraten worden ist", so der 1. Bevollmächtigte der IG Metall-Verwaltungsstelle Hannover, Reinhard Schwitzer, am heutigen Donnerstag.

 

Auf die derzeitigen Marktschwankungen ist mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln beschäftigtenorientiert zu reagieren. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen: So können etwa die gut gefüllten Arbeitszeitkonten genutzt werden, um auf die Marktentwicklung zu reagieren. Beschäftigten, die in die Altersteilzeit gehen wollen, kann ein entsprechendes Angebot gemacht werden. Des Weiteren ist es möglich, auf der Grundlage der tarifvertraglichen Regelungen, die Arbeitszeit für einen zu definierenden Zeitraum abzusenken. "Bevor all diese alternativen Maßnahmen nicht ausgeschöpft sind von Entlassungen im großen Stil zu sprechen, ist unverantwortlich", so der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Michael Zyla am heutigen Donnerstag.

 

Der Gesamtbetriebsrat hat am gestrigen Mittwoch beschlossen, umgehend Gespräche mit der Geschäftsführung aufzunehmen, um über einen Interessenausgleich und gegebenenfalls über einen Sozialplan zu sprechen. "Ziel ist es", so Michael Zyla, "betriebsbedingte Kündigungen auszuschließen und den Belegschaften keine sozialen Nachteile entstehen zu lassen".

 

(Presseinformation der IG Metall Hannover)