IG Metall kritisiert Äußerungen des IAB zur Alterssteilzeit

  • 28.04.2009
  • News, Presseinfos

Hannover – Die IG Metall weist die Einschätzungen des Vizedirektors vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zur Altersteilzeit entschieden zurück. Die Altersteilzeit hat als Beschäftigungsbrücke zwischen älteren und jüngeren Arbeitnehmern einen hohen Stellenwert: Viele Ausgebildete sind 'Wiederbesetzer': Das heißt, ein älterer Beschäftigter geht aufgrund der gesundheitsverschleißenden Arbeitsbedingungen in den vorzeitigen Ruhestand, im Gegenzug wird ein Ausgebildeter übernommen oder ein Arbeitsloser eingestellt.

Hartmut Meine

"Die Altersteilzeit hat sich in der betrieblichen Praxis bewährt; dieses zu leugnen, entspringt einer realitätsfernen Sichtweise von Bürokraten und Ideologen. Es ist unverantwortlich im Kontext der Krise an alten ideologischen Zöpfen festzuhalten und so die Chancen von Ausgebildeten auf dem Arbeitsmarkt zusätzlich zu verschlechtern. Ich lade den IAB-Vizedirektor Walwei ein, sich vor Ort in den Betrieben davon zu überzeugen, dass die Altersteilzeit eine sinnvolle Beschäftigungsbrücke darstellt", so Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.
 
Die derzeitige Form der Altersteilzeit sieht eine gleichwertige Verteilung der Lasten vor: Die Beschäftigten haben Rentenabschläge hinzunehmen; die Arbeitgeber stocken, wie zum Beispiel derzeit in der Metallindustrie, das Entgelt auf 82 Prozent des letzten Nettogehalts auf. Die Bundesagentur fördert mit 20 Prozent die Wiederbesetzung des Arbeitsplatzes durch einen Arbeitslosen oder Auszubildenden.

 

"Der Staat leistet damit einen Beitrag zum demografischen Wandel in den Betrieben und verbessert die Chancen von Jung und Alt gleichermaßen. Es ist völlig unverständlich, warum dieses Solidaritätsmodell nicht fortgeführt werden soll", so Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

(Presseinformation 26/2009)