Expertentagung auf der Hannover Messe

IG Metall fordert ökologischen Umbau der Industriegesellschaft

  • 08.04.2011
  • News, Presseinfos

Hannover – Angesichts der Atomkatastrophe in Japan fordert die IG Metall den ökologischen Umbau der Industriegesellschaft. Ein nachhaltiger Fortschritt lasse sich nicht auf einer die Lebensgrundlagen der Menschen vernichtenden Energiequelle aufbauen. Dabei gehe es aber um weit mehr als den Ausstieg aus der Kernenergie und den Ausbau der Erneuerbaren Energien: „Eine ökologische Industriegesellschaft muss auf der effizienten Nutzung von Ressourcen und Energie sowie guten Arbeitsbedingungen aufbauen. Die Interessen der Beschäftigten sind ebenso maßgebend, wie die ökologischen Herausforderungen,“ betonte Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt im Rahmen einer Expertentagung auf der Hannover Messe.

v.l.n.r.: Matthias Machnig, Hartmut Meine, Berthold Huber, Peter van Hüllen, Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker

Bildergalerie der Tagung...

 

Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, forderte einen grundlegenden Kurswechsel, der das Verhältnis von Ökonomie und Politik, Markt und Gesellschaft neu bestimme. “Nachhaltig umsteuern muss mehr sein, als eine bloße Wiederbelebung konventioneller Wachstums- und Innovationsstrategien mit grünem Anstrich. Vielmehr geht es um die Frage, welche Wachstumsziele wir einschlagen wollen und wie wir wirtschaftlichen Erfolg bewerten. Vorrangig an der Rendite, oder vor allem an dem, was den Menschen und dieser Gesellschaft nützt.“ Die Orientierung auf eine moderne, ökologisch nachhaltige Industrie gehöre zu den Kernthemen des von der IG Metall geforderten Kurswechsels, schon deshalb weil die Kosten für Rohstoffe, Energie und Umweltbelastungen hoch sein werden. „Öko-Effizienz wird im zukünftigen Innovationswettbewerb der Industrieländer eine immer größere Rolle spielen“, betonte Huber.

 

Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, International Panel for Sustainable Ressource Management, hob die besondere Rolle des Staates im Rahmen eines ökologischen Umbaus der Industriegesellschaft hervor:

 

„Eine Erholung der Natur, ein Schutz der Biodiversität und des Klimas ist ohne staatliche Leitplanken, ohne einen starken Staat nicht realistisch. Wenn wir wirklich Wohlstand, Sicherheit und eine gesunde Umwelt wollen, dann muss der Markt neue Leitplanken bekommen. Ein demokratisch legitimierter Staat muss der Spekulation und dem ökologischen Raubbau Grenzen setzen.“

 

Die IG Metall hatte im Rahmen der Hannover Messe namhafte Experten zu einer Fachtagung eingeladen. Unter dem Titel: „Nachhaltig umsteuern! Auf dem Weg zur ökologischen Industriegesellschaft“ diskutierten am heutigen Freitag neben IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine, der Erste Vorsitzende der IG Metall Berthold Huber, Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, International Panel for Sustainable Ressource Management, Matthias Machnig, Minister für Wirtschaft und Verkehr in Thüringen und Peter van Hüllen, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Georgsmarienhütte Holding, über die Herausforderungen eines ökologischen Umbaus der Industriegesellschaft.

 

(Pressemiteilung Nr. 23 / 2011)

 

Redemanuskripte siehe unten: