Tarifrunde für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie

IG Metall diskutiert beschäftigtenorientierte Drei-Komponenten-Tarifforderung

  • 03.11.2009
  • News, Presseinfos, Metall & Elektro

Hannover - Im Vorfeld der 2010 anstehenden Tarifrunde für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie hat der Meinungs- und Willensbildungsprozess unter den Mitgliedern der IG Metall begonnen. Angesichts der Wirtschaftskrise schlägt Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, vor, mit einer aus drei Komponenten bestehenden beschäftigtenorientierten Tarifforderung in die Verhandlungen im nächsten Jahr zu gehen. „Auf die Formel gebracht heißt das: Wenn’s brummt, gibt’s mehr Geld. Wenn’s knirscht, gibt’s Beschäftigungssicherung“, sagt Hartmut Meine.

Die drei Komponenten des Tarifvorschlags beinhalten, dass erstens alle Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie eine moderate prozentuale Basiserhöhung erhalten. Das ist wichtig, um die Nachfrage zu stärken und eine drohende Deflation zu bekämpfen. Darauf aufbauend sollten zweitens Beschäftigte in Betrieben mit guter Auftragslage einen Einmalbetrag erhalten. Befindet sich der Betrieb aufgrund der Wirtschaftskrise hingegen in einer schwierigen Situation, könnte der Entgeltbetrag nicht ausgezahlt, sondern drittens für Maßnahmen der Beschäftigungssicherung verwendet werden. In diesem Zusammenhang könnten Vereinbarungen getroffen werden, die beispielsweise regeln, dass Kurzarbeit in vollem Umfang von 24 Monaten auszuschöpfen ist und im zweiten Schritt eine Absenkung der Arbeitszeit unterhalb von 29 Stunden mit einem Teillohnausgleich erfolgt. Die Erhöhung der Altersteilzeitverträge über die Quote von 4 Prozent hinaus ist ebenfalls ein geeignetes Mittel zur Beschäftigungssicherung. „Wichtig ist, dass im Zusammenhang von beschäftigungssichernden Maßnahmen auch die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten erzielt werden kann“, so Meine.

 

Der Diskussionsvorschlag berücksichtigt die differenzierte Lage der Betriebe in der Metall- und Elektroindustrie. „Wir müssen auf die unterschiedliche Situation reagieren. Es bedarf eines praxistauglichen Vorschlags, der berücksichtigt, dass es Betriebe mit einer guten Auftrags- und Ertragslage gibt und andererseits Betriebe mit Beschäftigungsproblemen“, so Hartmut Meine.