IG Metall-Konferenz zur wirtschaftlichen Situation

• Hartmut Meine: „Wirtschaftliche Entwicklung verlangsamt sich auf hohem Niveau.“ • Gustav Horn: „Müssen Krise des Euroraums in den Griff bekommen, sonst droht 2013 ein schwieriges Jahr zu werden.“

  • 07.11.2012
  • News, Presseinfos

Hannover – Die wirtschaftliche Situation der Betriebe im IG Metall-Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt hat sich auf einem hohen Niveau verlangsamt. Von einer Krise kann derzeit aber nicht gesprochen werden, so die Einschätzung von rund 250 Betriebsräten und IG Metall-Vertrauensleuten auf der heutigen IG Metall-Konferenz in Hannover.

Hartmut Meine und Gustav Horn

„Nach den vergangenen Boomjahren ist zum Ende des Jahres eine leichte allgemeine konjunkturelle Abschwächung zu verzeichnen. Es gibt zurzeit aber keinen signifikanten Anstieg der Kurzarbeit im Organisationsbereich der IG Metall, weder in Niedersachsen noch in Sachsen-Anhalt. Eine Krise, vergleichbar der von 2008/2009, ist bisher nicht zu erkennen,“ betont Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Dennoch sei es notwendig, dass die Bundesregierung die Kurzarbeitsregelungen verbessere, damit frühzeitig auf mögliche Risiken in den Betrieben reagiert werden könne.

 

Die wirtschaftliche Situation in den einzelnen Branchen beurteilt Meine unterschiedlich: Während die LKW-Bauer nach hervorragenden Jahren deutliche Auftragsrückgänge zu verzeichnen hätten, sei die Situation beim größten Automobilhersteller in Europa, Volkswagen, im Gegensatz zu anderen Automobilherstellern, immer noch gut. Auch NiedersachsenMetall gehe weiterhin von einer guten Entwicklung aus und im Kontext der Energiewende seien die Auftragsbücher im Handwerk prall gefüllt. In diesem Bereich würden die Betriebe weiterhin händeringend Fachkräfte suchen, betonte Meine.

 

In seinem Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung in 2013 betonte Prof. Dr. Gustav Horn, Leiter des Institutes für Makroökonomie und Konjunkturforschung, im Rahmen der IG Metall-Konferenz, dass derzeit nicht abzusehen sei, welche Auswirkungen die Krise im Euro-Raum auf die Konjunktur im Inland haben werde. „Wenn wir die Krise des Euroraums nicht in den Griff bekommen, droht 2013 ein konjunkturell schwieriges Jahr zu werden. Insbesondere die Exporte in den Euroraum sind von der Krise betroffen. Beunruhigend ist, dass die Investitionen schon seit längerem als Folge der hohen Unsicherheit rückläufig sind. Stütze der Konjunktur ist allein der private Verbrauch, der von der guten Einkommensentwicklung profitiert, die durch die positiven Beschäftigungstendenzen und die stärkeren Lohnzuwächse zustande gekommen ist.“

 

(Presseinformation Nr. 82 / 2012)