IG Metall Niedersachsen bekräftigt Tarifforderungen

Hartmut Meine: "Wir legen den Schwerpunkt auf Tariferhöhung und Innovation und Qualifizierung"

  • 10.02.2006
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Hannover/Bad Salzdetfurth. - 10.02.2006 Im Vorfeld der ersten Tarifgespräche für die rund 70.000 Beschäftigten in der niedersächsischen Metallindustrie hat die IG Metall ihre Forderungen bekräftigt. Anlässlich einer Funktionärskonferenz in Bad Salzdetfurth erneuerte IG Metall Verhandlungsführer Hartmut Meine neben der Forderung nach Einkommenserhöhungen um 5 Prozent das Angebot zu einem Innovationspakt für mehr Jobs.

Hartmut Meine sagte: "Wir legen den Schwerpunkt auf Einkommenserhöhungen und einen Innovationspakt für mehr Jobs. Angesichts schwacher Nachfrage und hoher Arbeitslosigkeit wollen wir neue Akzente setzen. Wir fordern mehr Geld, mehr Innovation und mehr Qualifizierung. Die Forderung nach mehr Innovation und Qualifizierung ist ein Angebot an die Arbeitgeber zu einem Innovationspakt für mehr Jobs in der Metallindustrie." Die IG Metall stelle sich damit der Frage der zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit der Metallindustrie und der Sicherung von Arbeitsplätzen, betonte Hartmut Meine.

Einkommenserhöhungen um fünf Prozent sind wirtschaftlich geboten und für Arbeitnehmer notwendig. Die Metallarbeitgeber müssen die gesamtwirtschaftliche Lage zur Kenntnis nehmen und angesichts der schwachen Binnenkonjunktur ihren Beitrag für Wachstum und Beschäftigung leisten. Der dauernde Hinweis der Metallarbeitgeber auf einzelne Betriebe mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten lenke davon ab, betonte Hartmut Meine.

"Die Erfahrungen der IG Metall zeigen, dass an Schieflagen in Unternehmen nicht Beschäftigte oder die Tarifverträge schuld sind, sondern allzu oft mangelnde Innovationen", unterstrich Hartmut Meine.

Die IG Metall fordert Einkommenserhöhungen in Höhe von 5 Prozent. Daneben strebt die IG Metall tarifliche Regelungen an, die Unternehmen stärker zu Innovationen bei Produkten und Prozessen und der systematischen Qualifizierung aller Beschäftigten verpflichten.

Ferner strebt die IG Metall in dieser Tarifrunde die Fortführung des Tarifvertrages über vermögenswirksame Leistungen an. Danach erhalten Beschäftigte rund 27 Euro pro Monat für Kapitalanlagen oder Bausparverträge. Der erstmals 1970 abgeschlossene Tarifvertrag war schon im Januar 2005 ausgelaufen. Eine Fortführung war bisher am Widerstand der Arbeitgeber gescheitert.

Der Entgelt-Tarifvertrag läuft am 28. Februar 2006 aus. Die Friedenspflicht endet vier Wochen später am 28. März. Dann können die Metaller ihrer Forderung mit Warnstreiks Nachdruck verleihen.

(Presseinformation 09/2006)