Tarifrunde Volkswagen

Hartmut Meine: „Volkswagen fährt Schlingerkurs“

  • 17.09.2009
  • News, Presseinfos, Volkswagen

Braunschweig – Volkswagen legte in der dritten Tarifverhandlung nach mehrfacher Aufforderung der IG Metall endlich ein Angebot vor. „Dieses Angebot ist aber unzureichend,“ so Hartmut Meine, Verhandlungsführer und Bezirksleiter der IG Metall. Hartmut Meine kritisierte die Verzögerungstaktik des VW-Verhandlungsführers Schumm und schloss Aktionen nicht mehr aus. „Den Schlingerkurs von Volkswagen werden wir nicht länger hinnehmen. Erfolgsmeldungen und Sonderschichten passen nicht zum Angebot. Entweder gibt es in der nächsten Tarifrunde ein Ergebnis oder es gibt Warnstreiks. Eine weitere Hängepartie wird es mit uns nicht geben. Der 28. September ist der Tag der Entscheidung“, stellte Hartmut Meine nach der heutigen Tarifverhandlung klar.

Hartmut Meine kritisierte, dass Volkswagen nicht bereit sei, die Tariferhöhung der Metallindustrie eins zu eins zu übernehmen. „Anstatt klipp und klar zu akzeptieren, dass die bereits für die Audi-Beschäftigten geltende Tariferhöhung auch für Volkswagen-Beschäftigte gelten muss, wird eine Mogelpackung präsentiert, um mit der Laufzeitverlängerung das materielle Volumen zu drücken. Das ist mit uns nicht zu machen,“ so Meine.

Ähnlich verhält sich Volkswagen in Bezug auf die Beschäftigungsbrücke Altersteilzeit und Ausbildungsplätze. Die Beschäftigten sollen nach dem Willen des Unternehmens einen höheren Beitrag zahlen, um in die Altersteilzeit gehen zu können. „Die Altersteilzeit hat sich aber nur deshalb in den letzten Jahren bewährt, weil die Lasten zwischen Unternehmen und Beschäftigten ausgewogen verteilt waren. Das Angebot ist auch hier unzureichend. Hinzu kommt“, so Meine weiter, „dass Volkswagen die Anzahl von jährlich 1250 Ausbildungsplätzen zwar für weitere zwei Jahre garantieren, aber nur 85 Prozent der Ausgebildeten übernehmen will. Die von Volkswagen in die Tarifrunde eingebrachte Leistungszulage wurde auch in der dritten Verhandlung nicht konkretisiert. „Die unpräzisen und wolkigen Ausführungen des VW-Verhandlungsführers zu diesem Thema können wir nicht als Grundlage für weitere Verhandlungen akzeptieren. Eine leistungsbezogene Komponente gibt es mit uns nur, wenn sie zusätzlich gezahlt wird“, so Meine. Das Angebotspaket, stellte Meine klar, muss nachgebessert werden. „Volkswagen muss bis zur nächsten Tarifrunde eine deutliche Schippe drauflegen.“

 

Die vierte Tarifverhandlung wird am 28. September in Hannover stattfinden. 

 

Presseinformation Nr. 52/2009

 

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