Landesregierung und Tarifparteien in Sachsen-Anhalt werben für höhere Tarifbindung der Betriebe

Hartmut Meine begrüßt Umdenken von Arbeitgebern und Landesregierung

  • 21.10.2010
  • News, Tarif, Presseinfos

Magdeburg - Gewerkschaften, Arbeitgeber und die CDU-geführte Landesregierung in Sachsen-Anhalt haben am heutigen Donnerstag (21.10.) eine gemeinsame „Erklärung zur Stärkung der Tarifpartnerschaft“ unterzeichnet.

Foto: Freimut Hengst

Die Tarifparteien und die Landesregierung gehen neue Wege und sprechen sich erstmalig gemeinsam für eine Erhöhung der Tarifbindung der Betriebe in Sachsen-Anhalt aus. In der Vergangenheit stand der Flächentarifvertrag in Ostdeutschland in der Kritik. Jetzt hat angesichts des Fachkräftemangels ein Umdenken eingesetzt. Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, lobte, dass die Arbeitgeber und die Landesregierung erkannt hätten, dass dem Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt nur begegnet werden könne, wenn die Flächentarifverträge in möglichst vielen Betrieben gelten. Hartmut Meine: „Im verstärkten Wettbewerb um Fachkräfte und junge Auszubildende sind gute Arbeits- und Leistungsbedingungen ein entscheidender Standortfaktor. Der Flächentarifvertrag ist ein Gütesiegel für gute Arbeits- und Entgeltbedingungen: Ein Gütesiegel, mit dem der immer noch hohen Abwanderung von Fachkräften in die westlichen und südlichen Bundesländer entgegengewirkt werden kann.“

 

Viele Jahre wurde in Ostdeutschland der Flächentarifvertrag schlecht geredet. Jetzt ist eine Kehrtwende eingeleitet worden. Davon profitieren alle Seiten: Die Beschäftigten erhalten ein angemessenes Entgelt bei guten Arbeitsbedingungen. Die Betriebe können den demografischen Wandel gestalten und Fachkräfte halten bzw. werben. Auch das Land profitiert, da die in Sachsen-Anhalt gut ausgebildeten Fachkräfte nicht mehr zu Konzernen in andere Bundesländer abwandern. „Verlieren“, so Meine weiter, „werden Arbeitgeber, die weiterhin auf Lohndrückerei setzen, Tarifverträge ablehnen und Beschäftigten Mitbestimmungsrechte verweigern.“

 

(Presseinformation Nr. 42/2010)

 

Anlage:

Erklärung zur Stärkung der Tarifpartnerschaft in Sachsen-Anhalt