Bespitzelungsaffäre bei Renold

Geschäftsführung bespitzelt Betriebsräte – IG Metall empört über massiven Angriff auf die Mitbestimmung

  • 11.05.2015
  • News, Presseinfos, Metall & Elektro, Betrieb

Einbeck/Hannover – Beim Antriebstechnikhersteller Renold in Einbeck wurden wochenlang Betriebsräte massiv bespitzelt, darunter auch der Betriebsratsvorsitzende. Dafür hat die Geschäftsführung vermutlich illegalerweise installierte Überwachungskameras auf dem Werksgelände genutzt und umfangreiche personelle Ressourcen eingesetzt. Die gesamte Belegschaft ist über das Vorgehen der Geschäftsführung entsetzt und hat dies bereits deutlich zum Ausdruck gebracht.

Offensichtlich wurden die Betriebsräte bei Beratungsgesprächen mit Beschäftigten auf dem Außengelände des Unternehmens überwacht.

 

 

Die illegal beschafften Aufnahmen werden von der Geschäftsführung genutzt, um den Betriebsräten Arbeitszeitbetrug vorzuwerfen, da im Rahmen der Gespräche geraucht wurde. Dem Antrag auf fristlose Kündigung der Betriebsräte hat das Betriebsratsgremium zweimal widersprochen. Daraufhin wurde von Seiten der Geschäftsführung Klage beim Arbeitsgericht eingereicht. Der erste Arbeitsgerichtstermin ist am 15. Juni in Göttingen.

Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, forderte die Geschäftsführung auf, „die Angriffe auf die Mitbestimmung sofort einzustellen und mit dem Betriebsrat konstruktiv zusammenzuarbeiten. Die IG Metall wird es nicht hinnehmen, dass demokratisch legitimierte Betriebsräte bespitzelt und in ihrer Arbeit behindert werden. Beratung von Beschäftigten gehört zum Kerngeschäft der Betriebsräte. Die Beschäftigten müssen sich dabei auf die Vertraulichkeit der Gespräche verlassen können. Die beiden Betriebsratsmitglieder können sich der vollen Solidarität der IG Metall sicher sein.“

 

Manfred Zaffke, IG Metall-Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle Süd-Niedersachsen-Harz, ist empört über das Vorgehen der Renold-Geschäftsführung. „Noch ist Zeit die eingereichte Klage beim Arbeitsgericht zurückzuziehen, sollte die Unternehmensseite aber nicht einlenken, wird es massive Proteste geben. Wer Betriebsräte bespitzelt und mobbt, bekommt es mit der gesamten Renold-Belegschaft zu tun, die nahezu komplett in der IG Metall organisiert ist.“

 

(Presseinformation Nr. 58/2015)

 

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