Fachkräftepakt für Sachsen-Anhalt greift zu kurz: Hartmut Meine schlägt Thüringer Modell zur Tarifbindung vor

  • 06.06.2010
  • News, Presseinfos

Magdeburg - Aufgrund des demografischen Wandels wird zunehmend die wirtschaftliche Entwicklung in Sachsen-Anhalt gefährdet. Um dem massiven Fachkräftemangel entgegenzuwirken, plant die Landesregierung einen von Arbeitgebern, Gewerkschaften und Landesregierung getragenen ‚Fachkräftepakt für Sachsen-Anhalt’. IG Metall und DGB schlagen vor, sich dabei ein Beispiel an der Thüringer-Initiative ‚Eine soziale Gesellschaft braucht starke Tarifpartner’ zu nehmen, die von Arbeitgebern und Gewerkschaften in Thüringen sowie der CDU-SPD-Landesregierung gemeinsam gestartet worden ist. Darin sprechen sich alle Beteiligten für eine Erhöhung der Tarifbindung und eine Entlohnung gemäß den Tarifverträgen aus.

Hartmut Meine: "Betriebe ohne Tarifvertrag werden die Verlierer des Wettbewerbs um junge Menschen sein"

„Mit dem ‚Fachkräftepakt für Sachsen-Anhalt’ muss ein deutliches Bekenntnis der Tarifbindung der Betriebe verbunden sein,“ kritisiert Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, den derzeitigen Entwurf des Fachkräftepaktes. Aufgrund des immer noch niedrigen Entgeltniveaus und der mangelnden Tarifbindung der Betriebe würden weiterhin dringend benötigte Fachkräfte in die westlichen Bundesländer abwandern, so Meine. „Es liegt somit im Interesse der Betriebe gegenzusteuern: Die Zukunft des Landes lässt sich nicht auf Billiglöhnen und prekären Arbeitsverhältnissen aufbauen. Nur über gute tarifliche Rahmenbedingungen können Menschen in den Betrieben Sachsen-Anhalts gehalten werden. Denn Tarifverträge sind ein Qualitätssiegel für gute Arbeits- und Leistungsbedingungen mit hoher Ausstrahlungskraft bei den jungen Menschen“, sagte Hartmut Meine am heutigen Sonntag.

 

Wenn in Sachsen-Anhalt kein Kurswechsel eingeleitet wird, gehört das Bundesland nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zu den größten Verlierern des demografischen Wandels. Die Stiftung prognostiziert einen Rückgang der Altersgruppe von 19- bis 24-Jährigen bis zum Jahr 2025 um 48 Prozent. Das wird einen erheblichen Wettbewerb um Auszubildende innerhalb von Sachsen-Anhalt und über Ländergrenzen hinweg auslösen. “Betriebe ohne Tarifvertrag werden die Verlierer des Wettbewerbs um junge Menschen sein”, so Hartmut Meine.

 

(Presseinformation Nr. 26/2010)