Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt

Erste Tarifverhandlung der Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt

  • 21.11.2017
  • News, Presseinfos, Tarif, Metall & Elektro

Hannover/Magdeburg – Nach über drei Stunden endete die erste Tarifverhandlung für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Sachsen-Anhalt heute in Magdeburg ergebnislos. Die Arbeitgeber quittierten das Forderungspaket der IG Metall mit brüsker Zurückweisung. Für die Arbeitgeber seien die Forderungen nicht nachvollziehbar und angesichts des Fachkräftemangels nicht umzusetzen.

IG Metall-Verhandlungskommission (Foto: Freimut Hengst)

Thorsten Gröger, Verhandlungsführer für die Metall- und Elektroindustrie Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, zeigt für dieses Verhalten kein Verständnis: „Die Arbeitgeber schalten auf stur und verschließen sich“. Dies betrifft sowohl die Entgeltforderung von sechs Prozent als auch die Forderung nach Möglichkeiten für alle Beschäftigten, ihre Arbeitszeit vorübergehend zu reduzieren, um beispielsweise mehr Zeit mit den Kindern oder der Pflege von Familienangehörigen verbringen zu können.

 

„Angesichts der hervorragenden Lage, über die sich die Wirtschaft im Allgemeinen und die Metall- und Elektroindustrie im Besonderen freuen kann, finden wir dieses Verhalten grotesk und vermessen“, fährt Gröger fort. „Die Arbeitszeitflexibilität, von der die Arbeitgeber immer reden, ist bisher immer nur in eine Richtung gegangen – nach oben. Wer sich angesichts von 1,8 Milliarden Überstunden, die von den Beschäftigten geleistet wurden, weigert, ihrem berechtigten Wunsch nach selbstbestimmter Arbeitszeit auch nur ansatzweise entgegenzukommen, der scheint nicht nur vergessen zu haben, wem er diesen Erfolg zu verdanken hat, sondern auch, in welcher Zeit wir leben. Doch keine Angst: wir werden die Arbeitgeber schon noch daran erinnern, mit einem lauten Weckruf.“

 

Die Verhandlungen werden am 8. Dezember fortgesetzt.

 

(Presseinformation Nr. 47/2017)