IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine anlässlich der Debatte um die Rente mit 63

Die öffentliche Kampagne der Arbeitgeber gegen die Rente mit 63 ignoriert die Arbeitsleistung der Beschäftigten

  • 31.01.2014
  • News

NiedersachsenMetall ignoriert die betriebliche Wirklichkeit: Mit seiner Kritik an der Rente mit 63 für langjährig Versicherte vertritt der Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall sicherlich nicht die Auffassung der Personalleiter der Mitgliedsunternehmen. Diesen ist vollkommen klar, dass die Beschäftigten in der Metall- und Elektroindustrie nicht bis zum 67. Lebensjahr arbeiten können. Sie wissen auch sehr genau, dass die Arbeitsbelastungen im Schichtbetrieb sehr hoch sind und alternsgerechte Arbeitsplätze eine Ausnahme in den Betrieben darstellen.

Zu behaupten, dass durch die Rente mit 63 rund 6.000 Fachkräfte wegbrechen, zeugt ebenfalls nicht von allzu großer Kenntnis der Realitäten in Niedersachsen. Denn Mitgliedunternehmen, wie Bosch in Hildesheim und Göttingen, KME in Osnabrück oder Siemens in Hannover-Laatzen, planen einen umfangreichen Arbeitsplatzabbau. Insgesamt sollen mehr als 2.300 Arbeitsplätze von Fachkräften in Niedersachsen abgebaut werden. Mit dem Ausscheiden von langjährig Versicherten hat das nun wahrlich nichts zu tun. Allzu häufig sind dafür Managementfehler verantwortlich. 

 

Anstatt die Rente mit 63 zu kritisieren, sollte NiedersachsenMetall wesentlich mehr Energie auf die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen verwenden. Arbeitsplätze, die es ermöglichen, dass die Beschäftigten gesund in Rente gehen können. Das macht das Rentensystem zukunftsfest. Zudem könnten die Unternehmen sofort auf Werkverträge und Leiharbeit verzichten, die der Umgehung der guten tariflichen Bedingungen dienen. In diesen Bereichen findet ein Missbrauch durch die Arbeitgeber statt. Denn von unbefristeten Arbeitsverhältnissen zu guten Tarifbedingungen profitieren nicht nur generationenübergreifend die Beschäftigten, es sichert auch ihre Rente und das gesamte Sozialversicherungssystem.