Alstom Salzgitter

Der Abbau von 700 Arbeitsplätzen ist nur die halbe Wahrheit – IG Metall kündigt massive Proteste an

  • 22.03.2011
  • News, Presseinfos

Salzgitter – Die Alstom-Beschäftigten haben mit Wut und Empörung auf den angekündigten Abbau von rund 700 der 2800 Arbeitsplätze im Werk Salzgitter reagiert.
„Damit wäre das Schicksal des Standortes besiegelt: Diesen Rückzug auf Raten werden wir nicht widerstandslos hinnehmen. Es wird massive Proteste gegen diese irrationale und ökonomisch unsinnige Entscheidung geben. Die Tatenlosigkeit des Managements darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden,“ sagte Hartmut Meine, IG Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, am heutigen Dienstag in Hannover.

 

Bereits in den vergangenen Monaten hatten IG Metall und Betriebsrat dem Alstom-Management immer wieder konstruktive Vorschläge zur Standort- und Beschäftigungssicherung gemacht, um das Werk produktiver zu machen und die Geschäftsführung zum Umdenken aufgefordert. Sämtliche Vorschläge der Arbeitnehmervertreter wurden bisher verworfen. Selbst das Engagement des Niedersächsischen Ministerpräsidenten McAllister hat nicht zum Einlenken des Schienenfahrzeugherstellers geführt.

Die Pariser Konzernzentrale hatte angekündigt, den Rohbau nach Polen verlagern zu wollen. Spätestens Anfang 2012 werde dann die Produktion nicht mehr ausgelastet sein, befürchten die Betriebsräte. „Die angekündigte Zahl von 700 Arbeitsplätzen, die abgebaut werden sollen, stimmt nicht mit den vorgelegten Plänen von Alstom überein. Tatsächlich kommen wir auf 1400 Arbeitsplätze, die am Alstom-Standort Salzgitter betroffen sind. Trotz hervorragender Marktsituation soll nach unserem Eindruck in Salzgitter ein Alstom-Standort scheibchenweise platt gemacht werden,“ kritisiert Horst Ludewig, Zweiter IG Metall-Bevollmächtigter in Salzgitter. „Ohne Rohbau und Vorfertigung ist das Ende für den Standort nur noch eine Frage der Zeit.“

Betriebsratsvorsitzender Bernd Eberle übte ebenfalls massive Kritik am Vorgehen von Alstom. Dabei stellte er den Sinn des für den 5. April geplanten Treffens der aus Arbeitnehmer- und Unternehmensvertretern des Aufsichtsrates bestehenden Arbeitsgruppe in Frage. „Offensichtlich besteht auf Seiten des Managements überhaupt kein Interesse an Gesprächen. Anders lässt es sich nicht interpretieren, wenn kurz vor der nächsten Sitzung der gemeinsamen Arbeitsgruppe ein derartiger Arbeitsplatzabbau angekündigt wird,“ sagte Eberle.  

 

(Presseinformation Nr. 19 / 2011)

 

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