Volkswagen

Betriebsrätekonferenz in Wolfsburg

  • 07.05.2009
  • News, Volkswagen

Die mehr als 200 Betriebsratsmitglieder der deutschen VW- und Audi-Werke sowie deren Töchtern haben sich am heutigen Donnerstag in Wolfsburg getroffen. Sie vertreten mehr als 200.000 Beschäftigte des Konzerns in Deutschland. VW-Konzernbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh betonte: "Die Familien Piech und Porsche haben gestern vorgeschlagen, dass man Gespräche über die Schaffung eines integrierten Konzern beginnen sollte. Wir werden uns konstruktiv daran beteiligen."

Sprachen zu mehr als 200 Arbeitnehmervertretern des Volkswagen Konzerns: VW-Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Winterkorn, der 1. Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber und VW-Konzernbetriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh.

Osterloh weiter: "Aber für uns ist derzeit völlig offen, zu welchem Ergebnis die Verhandlungen führen werden. Wir betrachten dies erst einmal nur als Sondierungsgespräche. Klar ist schon heute: Wir werden keinen Weg mitgehen, der unsere deutsche Mitbestimmung, unsere internationalen Arbeitnehmervertretungen, die Schutzregelungen des VW-Gesetz oder die Zukunftsfähigkeit des Volkswagen-Konzerns in Frage stellt. Darauf könnt ihr Euch verlassen. Denn wir haben keinen Druck."

 

Osterloh: "Anscheinend verwechseln hier einige die Begriffe Fusion und Integration"


Osterloh zeigte sich gleichzeitig über die heutigen Meldungen in zahlreichen Medien verwundert: "Lasst Euch nicht davon irritieren, dass überall von einer Fusion mit einer neuen Dachgesellschaft gesprochen wird. Mit uns ist besprochen, dass der Weg zu einem integrierten Konzern völlig offen ist. Eine Fusion ist dabei nur ein Weg. Anscheinend verwechseln hier einige die Begriffe Fusion und Integration. Und allein wegen des VW-Gesetzes sind wir mehr als skeptisch, ob der Weg einer Fusion überhaupt beschritten werden kann. Wir werden weder die qualifizierte Mehrheit noch die Zwei-Drittel-Regelung im Aufsichtsrat, die für die Errichtung und Verlegung von Standorten gilt, aufgeben. Ohne die Arbeitnehmervertreter fällt darüber bei Volkswagen heute keine Entscheidung - und wird es auch in Zukunft nicht. Dafür haben wir zwei Jahre gemeinsam mit Euch gekämpft. Und dabei bleibt es!"

 

Huber: "Für die IG Metall ist der Erhalt des VW-Gesetzes substanziell. Darunter wird es mit uns keine Lösung geben!"


Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, der ebenfalls an der Betriebsrätekonferenz in Wolfsburg teilnahm, betonte: "Für die IG Metall ist der Erhalt des VW-Gesetzes substanziell. Darunter wird es mit uns keine Lösung geben. Die IG Metall fordert angesichts der Finanzkrise mehr Mitbestimmung in den Betrieben und Aufsichtsräten. Einiges von dem ist bei Volkswagen schon Realität. Wir wollen das auch für andere Betriebe - und werden es allein deshalb bei Volkswagen nicht aufgeben."


Meine: "Die Mitbestimmung bei Volkswagen ist der Garant für den Erfolg des Unternehmens"


Der Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Hartmut Meine, sagte im Hinblick auf die anstehenden Verhandlungen: "Die Mitbestimmung bei Volkswagen ist der Garant für den Erfolg des Unternehmens. Daran darf nicht gerüttelt werden! Insbesondere in der derzeitigen Wirtschaftskrise sind die Mitbestimmungsstrukturen zu stärken."