ITK-Branchenstudie

Bessere Einkommens- und Arbeitsbedingungen durch Tarifverträge

  • 17.03.2017
  • i-connection

Frankfurt am Main - Die Beschäftigten der Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche (ITK) haben auch im vergangenen Jahr deutliche Einkommenszuwächse erhalten. Durch den Tarifabschluss der IG Metall in der Metall- und Elektroindustrie sind die Einkommen von Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben um 2,8 Prozent gestiegen, während Beschäftigte in nicht tarifgebundenen Unternehmen lediglich ein Einkommensplus von 1,6 Prozent erhielten.

Bild: Fotolia/.Shock

Besonders deutlich wird die positive Wirkung von Tarifverträgen am Beispiel der Projektmanager. Gegenüber dem Vorjahr erhielten sie in tarifgebundenen Betrieben eine Einkommenssteigerung in Höhe von 2,6 Prozent, während die Erhöhung in nicht tarifgebundenen Unternehmen lediglich 1 Prozent betrug. Insgesamt sind die Gehälter von Beschäftigten in dieser Jobfamilie in tarifgebundenen Unternehmen sogar um 8,6 Prozent höher als von Beschäftigten in nicht tarifgebundenen Betrieben.

Auch die Arbeitsbedingungen haben sich für Beschäftigte mit Tarifvertrag besser entwickelt. So ist die Arbeitszeit in nicht tarifgebundenen Unternehmen um 7 Prozent höher als bei den tarifgebundenen. "Das zeigt: Tarifverträge sorgen für deutlich bessere Einkommens- und Arbeitsbedingungen", sagte Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall, am Freitag in Frankfurt. Die Daten sind das Ergebnis der aktuellen Entgelterhebung der IG Metall für die ITK-Branche, die die Gewerkschaft jährlich im Vorfeld der CeBIT veröffentlicht.

Die ITK-Branche ist mit über einer Million Beschäftigten der zweitgrößte industrielle Arbeitgeber in Deutschland. Aktuelle Themen wie Big Data, künstliche Intelligenz, Cloud Computing und Industrie 4.0 führen zu einer starken Nachfrage nach Software-Spezialisten. Dies lässt sich auch in der Entwicklung der Einstiegsgehälter ablesen: Sie sind im Jahr 2016 um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Die IG Metall geht davon aus, dass die Digitalisierung und die damit verbundenen technischen Umbrüche zu einer weiteren Verschiebung der Berufsfelder innerhalb der ITK-Branche führen werden. "Eine der größten Herausforderungen wird sein, das Wissen und Können der Beschäftigten auf dem neuesten technologischen Stand zu halten. Bildung und Qualifizierung müssen deshalb zum Leitmotiv der digitalen Arbeitsgesellschaft werden", sagte die Gewerkschafterin. Eine moderne Arbeitszeitpolitik ist dafür ein zentraler Baustein. "Wir brauchen innovative Arbeitszeitmodelle, die den Beschäftigten mehr Zeit und Raum für Bildung und Qualifizierung lassen", forderte Benner.

Die Broschüre "Entgelt in der ITK-Branche 2017" wurde zum 19. Mal veröffentlicht und leistet einen wesentlichen Beitrag zu mehr Transparenz bei Einkommen im ITK-Bereich. Mit über 39.000 Entgeltdaten aus mehr als 152 Betrieben bietet sie seit vielen Jahren einen fundierten Überblick über aktuelle Jahresgehälter sowie deren Entwicklung, bezogen auf die einzelnen Jobfamilien der Branche. Außerdem finden sich dort detaillierte Informationen zum Thema Ausbildung und Duales Studium.

 

(Pressemitteilung des IG Metall-Vorstands)