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BBS ohne Stress: Kümmert Euch um unsere Berufsschulen!

  • 19.10.2015
  • News, Video, Jugend

Angesichts der Zustände an den Berufsschulen hat die IG Metall Jugend Niedersachsen und Sachsen-Anhalt eine Umfrage gemacht. Diese führte zu folgenden Forderungen: Mehr Geld für Bildung! Qualität durch innovatives und inklusives Lernen! Mehr Demokratie und Mitbestimmung an unseren Berufsschulen! Diese Forderungen kann man durch eine Online-Unterschrift unterstützen.

Marvin Hopp und Felina Bodner zur Kampagne "BBS ohne Stress" für bessere Berufsschulen

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Mehr Geld für Bildung!

 

Unsere Berufsschulen in den Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt befinden sich teils in einem katastrophalen Zustand. Das betrifft nicht nur die Gebäude und Räumlichkeiten, sondern auch die Ausstattung mit modernen Computern, Maschinen und Lehrmaterialien. Diese Kritik wurde bereits wiederholt von SchülerInnen, Gewerkschaften und mittlerweile auch von den Arbeitgeberverbänden1 geäußert. Aus einer Umfrage der IG Metall Jugend geht hervor, dass jeder zweite Schüler den Zustand der Räumlichkeiten und sanitären Anlangen bemängelt.

Statt aber Gelder für die dringend benötigten Sanierungen und Modernisierungen der Berufsschulen zur Verfügung zu stellen, flüchtet sich die Politik in sogenannte öffentlich-private Partnerschaften und lagert das Problem in die Wirtschaft aus – mit allen Folgen für unser Bildungssystem, die sich aus diesen Privatisierungen ergeben!

Weiterhin gibt jeder zweite Schüler an die im Unterricht genutzten Materialien selbst bezahlen zu müssen - sie werden also weder vom Betrieb noch von der BBS übernommen. Bildung darf keine Frage der finanziellen Möglichkeiten sein – sie wird es aber, wenn Auszubildende teilweise mit weniger als 300 € im Monat auskommen müssen .

Mehr als jeder zweite Schüler beklagt darüber hinaus regelmäßigen Stundenausfall. Es fallen bei jedem dritten Schüler monatlich mindestens zwei Stunden aus, bei manchen sogar deutlich mehr. Die Unterrichtsabdeckung in den Berufsschulen liegt im Schnitt bei 80 %. Das heißt, die Schulleitungen sind gezwungen, aufgrund des massiven Lehrkräftemangels, mit einem regelmäßigen Unterrichtsausfall von 20 % zu kalkulieren.

Bei den jetzt anstehenden Beratungen des Haushaltes für 2016/2017 fordern wir eine Erhöhung des Budgets für die Berufsschulen!

  • Massive Investitionen in die Sanierung und Modernisierung unserer Berufsschulen
  • Keine weiteren Privatisierungen im Bildungsbereich
  • Zusätzliche Lehrkräfte, die eine Unterrichtsabdeckung von 100 % gewährleisten (plus 20% für Weiterbildung, Urlaub und Krankheit)
  • Lehr- und Lernmittelfreiheit für alle Schüler/innen

 

Qualität durch innovatives und inklusives Lernen!

 

Die soziale Herkunft eines Kindes entscheidet oft über den Bildungsabschluss in Deutschland. Deshalb ist die duale Berufsausbildung der letzte Erfolgsgarant, wenn es darum geht jungen Menschen mit allen Schulabschlüssen einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Umso wichtiger ist es, dass in den Betrieben und auch in den Berufsschulen auf individuelle Wissensstände Rücksicht genommen wird und es zur Anwendung integrativer Lernkonzepte kommt. In der Umfrage der IG Metall Jugend geben allerdings 68 % der teilgenommenen Berufsschüler an, dass im Unterricht nicht auf individuelle Wissensstände Rücksicht genommen werden kann und auf persönliche Stärken eingegangen wird. Sie bemängeln, dass ein gezieltes und einheitliches Lernen aufgrund fehlender Abstimmung zwischen Betrieb und Berufsschule (dies sagen 72% der Berufsschüler) nicht möglich sei.

Ziel muss sein, eine individuelle Förderung – unabhängig von körperlichen oder geistigen Einschränkungen – aller Schülerinnen zu gewährleisten. Dafür bedarf es auch einer konsequenten Umsetzung des Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention kommen.

Wir fordern Qualität durch innovatives und inklusives Lernen!

  • Eine deutliche Verbesserung der Abstimmung zwischen Betrieb und Berufsschulen, zur Anpassung der Lehr- und Ausbildungspläne
  • Eine moderne technische Ausstattung der Schulen (Industrie 4.0)
  • Die Möglichkeit für Lehrer Betriebserkundungen und Austauschtreffen zu machen, damit sie die aktuellen Entwicklungen im Blick haben
  • Rahmenbedingungen ohne Einschränkungen und Unterstützung, die innovatives Unterrichten und Lernen möglich machen, sodass individuelle Wissensstände und Lernstärken Berücksichtigung finden können
  • Die konsequente Umsetzung von Inklusion an unseren Berufsschulen. Hierfür sind barrierefreie Zugänge und gezielte Qualifikationen für das Lehrpersonal nötig

 

Mehr Demokratie und Mitbestimmung an unseren Berufsschulen!

 

Demokratie und Mitbestimmung hören nicht an den Türen unserer Berufsschulen auf. Vielmehr sollten Schulen Orte sein, an denen viele Menschen erstmals in Kontakt mit demokratischer Teilhabe und Formen der Mitbestimmung kommen. Berufsschulen haben eine besondere Rolle, wenn es um das Vermitteln von betrieblichen Mitbestimmungsmöglichkeiten geht, die aus dem Betriebsverfassungsgesetz resultieren.

Umso wichtiger ist es, dass demokratische Beteiligung, insbesondere in unseren Berufsschulen mit Leben gefüllt wird. Hierfür gibt es gewählte KlassensprecherInnen und SchülerInnenvertretungen, welche die Interessenvertretung an den Berufsschulen bilden.

Klassensprecher und Schülervertretungen werden (fast) überall gewählt. Leider geben in unserer Umfrage der IG Metall Jugend rund 50 % der Befragten an, dass die KlassensprecherInnen ihre Rolle oftmals nicht wahrnehmen können. Viele Befragte sahen sich gar nicht dazu in der Lage, dies zu beurteilen, da ihnen nicht bekannt ist, ob sie KlassensprecherInnen haben.

Dies liegt insbesondere an fehlender Aufklärung über die Existenz von Schülervertretungen und es mangelt an Freiräumen die Interessensvertretung ausüben zu können.

74% wissen nicht, ob die Interessenvertretung überhaupt ein Mitspracherecht besitzt. Erschreckend sind auch die Ergebnisse zum Thema VertrauenslehrerInnen. Nicht einmal 50% wussten, ob es an ihrer Schule eine entsprechende Vertrauensperson gibt.

Wir fordern mehr Demokratie und Mitbestimmung an unseren Berufsschulen!

  • Wir fordern Vertreter der Fachgewerkschaften in den Schulvorständen der Berufsschulen, um direktes Mitspracherecht zu haben in allen Fragen der Ausbildung!
  • Eine landesweite Aufklärungskampagne über Mitbestimmungsmöglichkeiten und Mitspracherechte von KlassensprecherInnen und Schülervertretungen
  • Klassensprechern/Schülervertretungen müssen in den Berufsschulen stärker einbezogen werden und ihnen muss mehr Freiraum zur Wahrnehmung ihrer Ämter gegeben werden!
  • Die Vertrauenslehrer müssen gestärkt und unterstützt werden bei der Ausführung ihrer Tätigkeiten! Darüber hinaus muss es mehr Aufklärung über das Angebot eines Vertrauenslehrers geben!

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