ZF Lemförde

Attraktivität des Flächentarifvertrags der Metall- und Elektroindustrie überzeugt: ZF-Werke rund um den Dümmer See wenden ab Januar 2017 Flächentarifvertrag an

  • 07.09.2016
  • News

Hannover – Die IG Metall konnte die Unternehmensleitung von ZF Lemförde nach harten Tarifverhandlungen von der Attraktivität des Flächentarifvertrages überzeugen. Bisher verhandelte die IG Metall für die ZF-Werke um den Dümmer See einen Haustarifvertrag. Die ZF-Werke rund um den Dümmer See werden ab 1. Januar 2017 an den Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie Niedersachsen angebunden. Rund 3.700 Beschäftigte der fünf Werke am Dümmer profitieren damit vom Flächentarifvertrag. Das Unternehmen ZF Lemförde wird Mitglied des Arbeitgeberverbands
NiedersachsenMetall.

Mit dem Übergang zum Flächentarifvertrag erhalten die ZF-Beschäftigten 2,8 Prozent mehr Geld ab 1. Januar 2017. Bereits im Dezember erhalten die Beschäftigten eine Einmalzahlung von 150 Euro. Zudem verpflichtet sich das Unternehmen den Technologie- und Produktionsstandort auszubauen, und damit langfristig zu stärken.

Thorsten Groeger (Foto: Heiko Stumpe)

Des Weiteren konnte die IG Metall einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung durchsetzen: In den nächsten sechs Jahren sind betriebsbedingte Kündigungen bei ZF rund um den Dümmer See ausgeschlossen.

 

Die Beschäftigten der fünf ZF-Werke werden durch die IG Metall-Geschäftsstelle Nienburg-Stadthagen vertreten. Thorsten Gröger, der jetzige Bevollmächtigte der Geschäftsstelle und zukünftige IG Metall Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, hatte die Tarifverhandlungen mit dem Automobilzulieferer maßgeblich vorangetrieben.

 

„Das Tarifergebnis ist ein großer Erfolg. Es zeigt, dass der Flächentarifvertrag eine große Attraktivität für die Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie besitzt und ein Erfolgsmodell darstellt. Er bietet beiden Seiten, Unternehmen und Beschäftigten, verlässliche Strukturen und damit Sicherheit,“ so Thorsten Gröger.

 

Wilfried Hartmann, der die Tarifverhandlung mit ZF koordiniert hatte, zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „ZF gehört zu den wichtigsten Automobilzulieferern. Das zukünftig auch die Werke um den Dümmer See zur Fläche gehören, ist ein deutliches Signal für gute Tarifbedingungen. Daran können sich andere ein Beispiel nehmen.

 

Hintergrund:

Die ZF Friedrichshafen AG beschäftigt weltweit mehr als 138.000 Beschäftigte. In den fünf Werken rund um den Dümmer See arbeiten rund 3.700 Menschen. Der größte Standort ist das Werk in Dielingen mit rund 2.000 Beschäftigten. Weitere Werke befinden sich in Wagenfeld, in Diepholz und in Damme. Bisher verhandelte die IG Metall für die ZF-Werke um den Dümmer See einen Haustarifvertrag. Der Entgelttarifvertrag war zum 31.07.2016 ausgelaufen. Insgesamt fünf Verhandlungen und Gespräche waren notwendig, um den Übergang zum Flächentarifvertrag mit der Unternehmensseite vereinbaren zu können.

 

(Presseinformation Nr. 80/2016)