Tarifrunde westdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie

Arbeitgeber blockieren Tarifvertrag zum flexiblen Ausstieg aus dem Berufsleben - IG Metall leitet Warnstreikphase ein

  • 04.11.2013
  • News, Presseinfos, Textil

Hannover – Die Arbeitgeber haben auch in der zweiten bundesweiten Verhandlungsrunde (28.10.) für die rund 120.000 Beschäftigten der Textil- und Bekleidungsindustrie eine Einigung verweigert. Vor diesem Hintergrund erhöht die IG Metall den Druck und leitet in Niedersachsen die Warnstreikphase ein. Über 80 Beschäftigte von Vorwerk in Hameln legten bereits heute zeitweise die Arbeit nieder.

Bild: Fotolia, Andreja Donko

Aufgrund der Altersstruktur und den enormen Arbeitsbelastungen in der Textil- und Bekleidungsindustrie fordert die IG Metall einen Demografie-Tarifvertrag, der unter anderem den flexiblen Ausstieg aus dem Berufsleben für die Beschäftigten regelt und die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten sichert.

 

Bereits in der Tarifrunde 2012 hatten sich die Arbeitgeber verpflichtet, mit der IG Metall einen entsprechenden Tarifvertrag zu verhandeln. „In den vergangenen zwei Tarifverhandlungen haben sich die Arbeitgeber keinen Zentimeter auf die IG Metall zubewegt. Die Situation in den Betrieben ist vollkommen absurd: Beschäftigte, die nicht mehr können, müssen bleiben und die jungen Ausgebildeten können nicht bleiben. Um den demografischen Wandel zu gestalten, geben die Beschäftigten jetzt Stoff,“ so Conny Schönhardt, IG Metall-Bezirksleitung.

 

In Niedersachsen sind von der Tarifrunde rund 8.000 Beschäftigte betroffen. Die nächste Tarifverhandlung findet am 11. November in Mainz statt.

 

Warnstreiks in niedersächsischen Betrieben:

· Region Nienburg-Stadthagen, Ansprechpartnerin: Sabrina Wirth, Mobil: 0160/5331217.

· Region Süd-Niedersachsen-Harz, Ansprechpartner: Martina Ditzell, Mobil: 0170/4507758.