Leiharbeit gestalten: Gleiches Geld für gleiche Arbeit!

Seit 2003 arbeiten immer mehr Menschen in der Leiharbeitsbranche. Mehr als 700.000 Menschen arbeiten mittlerweile zu deutlich schlechteren Bedingungen in den Betrieben. Im gesamten IG Metall-Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sind es rund 5 Prozent der Beschäftigten. Das entspricht etwa dem Bundesdurchschnitt. Bei genauerer Betrachtung ergeben sich aber deutliche Unterschiede zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt: Während es in Niedersachsen rund 3 Prozent der Beschäftigten sind, arbeiten in Sachsen-Anhalt 15 Prozent der Beschäftigten zu dramatisch schlechteren Bedingungen.

 
Der Einsatz von Leiharbeitsbeschäftigten beschränkt sich längst nicht mehr auf die Abdeckung vorübergehender Personalbedarfe durch Auftragsspitzen. Im Gegenteil, schlecht bezahlte Leiharbeiter werden von den Unternehmen systematisch zur Lohndrückerei missbraucht. Leiharbeit dient zunehmend dazu, einen dauerhaften Niedriglohnsektor in den Unternehmen zu etablieren. Skandalös ist vor allem, dass Leiharbeitsbeschäftigte ein um 30 bis 50 Prozent geringeres Entgelt erhalten als die Stammbelegschaften – und zwar für die gleiche Arbeit!
 
Leiharbeit ist ein Synonym für Niedriglöhne und prekäre Arbeitsbedingungen. Dem will die IG Metall in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt aktiv entgegentreten. Leiharbeitsbeschäftigte dürfen nicht länger Arbeitnehmer zweiter Klasse sein. Deshalb haben wir klare Leitlinien aufgestellt:

  1. Leiharbeit muss die Ausnahme bleiben. Die Zahl der Leiharbeitsbeschäftigten und/oder die Einsatzdauer im Betrieb sind zu begrenzen.
  2. Gleiches Geld für gleiche Arbeit muss durch Aufzahlungsregelungen zum Tariflohn der Leiharbeitsbranche durchgesetzt werden; Ziellinie ist eine Bezahlung gemäß Flächentarifvertrag.
  3. Im Entleihbetrieb müssen Leiharbeitsbeschäftigte einen höheren Stellenwert bekommen und die Bedingungen der Leiharbeit müssen verbessert werden.
  4. Nur Leiharbeitsbeschäftigte tarifgebundener Verleihunternehmen werden akzeptieren (BZA, IGZ oder Haustarifvertrag mit DGB-Gewerkschaft).
  5. Leiharbeitsbeschäftigte als Mitglieder gewinnen. Nur so lassen sich bessere Tarifverträge mit BZA und IGZ oder Zusatztarifverträge mit Entleihbetrieben erstreiten.
  6. Die Politik ist aufgefordert das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz für Leiharbeitsbeschäftigte zu verbessern und einen Mindestlohn für Leiharbeitsbeschäftigte zu schaffen.

Die IG Metall mit ihren Betriebsräten und Vertrauensleuten in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt setzt sich für die Interessen aller Beschäftigten im Betrieb ein, egal ob Leiharbeiter oder Stammwerker. Aber eins ist auch klar, die Mitglieder sind unsere Stärke!

 
Umfassende Informationen zur Leiharbeitskampagne der IG Metall finden Sie unter:
www.gleichearbeit-gleichesgeld.de